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Blick ins FlöhatalTalsperre RauschenbachStaumauer Rauschenbach Talsperre

Das Flöhatal

Die Flöha zählt zu den grösseren Flüssen im Erzgebirge. Der Name stammt aus dem althochdeutschen und bedeutet so viel wie waschen, spülen oder fliesen. Sie entspringt in der Tschechischen Republik, etwa 5 km östlich von Flaje, auf einer Kammhochfläche in einer Höhe von 845 m über dem Meeresspiegel. Ihr Oberlauf ist bis Hirschberg nach Südwesten gerichtet, erst in der Olbernhauer Talwanne wendet sie sich nach Nordwesten. In der gleichnamigen Stadt Flöha vereinigt sie sich mit dem Fluss Zschopau.

Ihr Taltrakt schneidet das Erzgebirge bis in Kammnähe tief auf. Das Gesamteinzugsgebiet der 78 km langen Flöha beträgt 799 ,4 qkm. Die mittlere Wasserführung an ihrer Mündung 11,3 m³/s. Der Oberlauf stellt ein grösseres Siedlungsgebiet im Erzgebirge dar, in welchem über 30.000 Menschen wohnen. Die größten Ortschaften sind Olbernhau, Pockau und Neuhausen.

Die Flöha wird in Ihrem Lauf 2 mal durch eine Talsperre angestaut. Bereits wenige Kilometer nach ihrer Quelle staut sich das Gewässer auf böhmischen Gebiet zur „Talsperre Fleyh“ (auf tschechisch „Fláje“). Es wird zur Trinkwassergewinnung für die nordböhmischen Industriestädte genutzt. Von der Staumauer fliest die Flöha etwa noch 5km, bis sie in Deutschgeorgenthal auf sächsisches Hoheitsgebiet gelangt. Wenige hundert Meter nach der Grenze wird sie erneut angestaut.

Die Rauschenbach-Talsperre wurde als wichtige Wasserbaumaßnahme der „Deutschen Demokratischen Republik“ von 1961 bis 1966 errichtet. Die Staumauer ist 346m lang und bis zu 46m hoch. Sie staut die Flöha auf eine Länge von ca. 3 km an und hat ein Fassungsvermögen von 15,2 Mio. m³. Im oberen Staugebiet wird das Gewässer von einer 250m langen geschwungenen, neuen Straßenbrücke überquert. Der im Herbst 2004 fertiggestellte Neubau ersetzt die alte, baufällig gewordene Brücke. Die Talsperre dient der Trinkwasserversorgung von Chemnitz und dem Hochwasserschutz. Trotz Badeverbot gilt das Talsperrengebiet als Naherholungsgebiet.

SchwarzwassertalNatzschungtal

 

Die großen Nebentäler

Die 17,6 Kilometer lange Schweinitz bildet von ihrer Quelle in einer Höhe von 796 m über NN nordöstlich des Brandhübels, bis zur Einmündung in die Flöha, 477 m über NN, die natürliche Grenze zwischen Sachsen und Böhmen. Sie entwässert ein Gebiet von 63,5 km², 30 km² entfallen auf sächsisches Gebiet. Der mittlere natürliche Abfluss beträgt 1,04 m³/s. In ihrem Oberlauf ist die Schweinitz nach Südwesten gerichtet und zählt bis Brüderwiese als flachmuldiges Tal zur Deutscheinsiedler Hochfläche. Der Flußname stammt aus dem slawischen und bedeutet “Wildschweinbach”.

Die 16,5km lange Natzschung entspringt in der Seehaide in Böhmen, 3km östlich von Reitzenhain, in einer Höhe von 820m ü. NN. Im Quellgebiet wird das Gewässer als „Keilbach“ bezeichnet. Nach 2,5km fliesst das Bächlein zusammen mit der „Roten Bach“ in den „Thomasteich“. Erst nach dem Überlauf wird das Gewässer als Natzschung bezeichnet. Hier erreicht sie auch den gleichnamigen Ort und bildet alsdann die natürliche Grenze zwischen Sachsen und Böhmen. Während Böhmisch-Natschung (ohne z geschrieben) zum Ort Kallich gehört, befinden sich die Häuser von Ober- und Niedernatzschung auf der Flur von Rübenau. Von nun an verengt sich das Tal immer mehr. Im Rübenauer Ortsteil Neumühle wird die Natzschung durch den Rübenauer Bach (auch Dorfbach genannt) verstärkt und erreicht damit bereits eine mittlere Wasserführung von 0,64 m³/s. Schroffe Felsgebilde säumen nun zu beiden Seiten den Flusslauf. Noch vor der bekanntesten Felsformation, dem Stößerfelsen, nimmt das Flüsschen mit dem Töltzschbach ihren längsten Zufluss auf. Vorbei an Rothenthal mündet schließlich die Natzschung in Grünthal mit einer mittleren Wasserführung von 1,34 m³/s in einer Höhe von 468 m in die Flöha. Von ihrem 84 km² grossen Einzugsgebiet entfallen 60 km² auf das Gebiet der Tschechischen Republik.

Die 33 km lange Schwarze Pockau entspringt auf der Kammhochfläche südlich von Satzung 890 m über NN. Bis Kühnhaide bildet sie auf einer Länge von 13 km die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen. Bis hier hat sie einen mittleren Abfluss von nur 0,55 m³/s. Ursächlich dafür sind zwei Kunstgräben, der Zeuggragen und der Grüne Graben, die schon seit Jahrhunderten Pockauwasser in die Bergbauregion Marienberg-Pobershau bringen.

Die aus den vielen Mooren zufliessenden dunklen Wässer gaben dem Fluss auch den Beinamen Schwarzwasser. Unterhalb von Kühnhaide wird die Erosionsbasis der Flöha wirksam. Hier tieft sich der Fluss zum schönsten Kerbtal des sächsischen Erzgebirges ein.

An der Kniebreche nimmt die Schwarze Pockau die Rote Pockau auf und erreicht so eine mittlere Wasserführung von 1 ,42 m³/s. Nachdem der Knesenbach und der Lauterbach zugeflossen sind, mündet die Pockau am gleichnamigen Ort mit einem mittleren Ablauf von 1,8 m³/s in 398 m über NN in die Flöha. Ihr Gesamteinzugsgebiet beträgt 133 km², wovon 26 km² auf böhmisches Territorium fallen. Der Name Pockau, der in ähnlicher Form bereits 1292 erwähnt wurde, stammt vermutlich aus dem tschechischen und bedeutet entgegengesetzt, also von Böhmen aus nach Norden abfliessendes Wasser.

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